Herstellung

Die Rapspflanze gilt als wichtigster nachwachsender Rohstoff für die Biodieselproduktion. Ölmühlen verarbeiten die Samen (Ölgehalt ca. 40 bis 45 Prozent) zu natürlichem Rapsöl als Grundlage für den alternativen Kraftstoff.
2008 wurde Raps bundesweit auf 1,4 Millionen Hektar angebaut. Das entspricht rund zwölf Prozent der zur Verfügung stehenden Ackerfläche. Je Hektar können ca. 1.600 Liter Pflanzenöl produziert werden.

Bevor der jeweilige Rohstoff als Kraftstoff in Dieselfahrzeugen eingesetzt wird, muss seine Struktur zunächst durch eine einfache chemische Reaktion (Umesterung) veredelt werden: Dem Ausgangsprodukt – Pflanzenöl, recyclete Öle oder Fette – wird Methanol beigemischt. Dieses Gemisch wird dann in Gegenwart eines Katalysators erwärmt. Dabei tauschen Glycerin und Methanol den Platz, und es entstehen drei einzelne Fettsäure-Methylester-Ketten und ein freies Glycerinmolekül. Anschließend wird in diversen Reinigungsschritten u.a. das überschüssige Methanol durch Destillation wieder entfernt. Erst durch diesen Prozess entfaltet Biodiesel das optimale Fließverhalten und die volle Qualität.

Besonders hervorzuheben ist: Während des gesamten Herstellungsprozesses bleibt das Prinzip des geschlossenen Stoffkreislaufs erhalten. Bereits bei der Ölsaatenverarbeitung in der Ölmühle wird das Nebenprodukt Rapsschrot als wichtiger Proteinlieferant weiter verwendet: So fällt pro Liter Rapsmethylester (RME) ein Kilogramm hochwertiges Futtermittel an. Bei der Produktion in der Biodieselanlage entsteht durch den Umesterungsprozess neben dem Hauptprodukt Biodiesel auch das wertvolle Nebenprodukt Glycerin. Auch dieses findet weitere Verwendung, zum Beispiel in der chemischen Industrie.


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